Keynotes


Freitag 9.11.2018 10.00 Uhr
Prof. em. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, Professorin für Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, Universität Bern

Bindung und Bildung - ein Zusammenhang komplizierter als man denkt

Bindung und Bildung stehen in engem Zusammenhang. Die Tatsache, dass rund 40% der Kinder problematische Bindungserfahrungen aufweisen, zeigt den Handlungsbedarf auf der Ebene Elternhaus und Schule auf. Die bisherige Forschung und Praxis zeichnet sich jedoch durch ein statisches Verständnis von Bindungsmustern aus sowie durch eine Fokussierung auf die Eltern-Kind-Dyade. Aktuelle Forschungen zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Bildung und Bindung komplex ist und die Stabilität von Bindungsmustern von verschiedenen Faktoren abhängt. Dies legt die Notwendigkeit des Einbezugs des erweiterten Beziehungsnetzes nahe, aber auch eines Perspektivenwechsels hin zu Konzepten der Positiven Psychologie.


Freitag 9.11.2018 11.30 Uhr
Prof. Dr. Jean Van Hemelrijck, Psychologue et psychothérapeute familial, formateur à l'approche systémique, professeur à l'Université Libre de Bruxelles

La rencontre école-famille: de la colère à la collaboration

La relation école-famille est passionnante. Elle repose sur de nombreuses ressemblances. Il s'agit de deux espaces clos, qui acceptent les mouvements internes et externes, qui est construit sur le temps qui passe et qui a pour fonction de transmettre un contenu officiel. Ces ressemblances école/famille vont permettre aux enseignants et professionnels de la psychologie scolaire, une collaboration intéressante ou entraîner une rivalité complexe. L'enfant est à l'intersection de ces deux espaces, il fait la navette entre ces deux logiques et doit adopter des attitudes adéquates afin de répondre aux deux exigences. L'intérêt de cette lecture est qu'elle correspond également à la position de l'intervenant psychosocial, qui est lui aussi à la croisée des deux systèmes et qui doit être loyal à l'école et souple à l'égard des familles. La conférence explorera toutes ces logiques d'intersection et de symétrie. Elle réfléchira les enjeux relationnels et mettra l'accent sur la phrase emblématique du colloque "tout commence par la relation".


Freitag 9.11.2018 16.00 Uhr
Prof. Dr. Peter Zimmermann, Bergische Universität Wuppertal, Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie

Auswirkungen von Bindungsmustern im Schulkontext

Die emotionale Bindung an enge Bezugspersonen entsteht in der frühen Kindheit und beeinflusst den weiteren Umgang mit negativen Gefühlen und die Gestaltung von Beziehungen. Diese Auswirkungen kann man aber nicht nur im Familienalltag feststellen, sondern auch in anderen Kontexten, wie z. B. der Schule. Die Zusammenhänge zwischen den Bindungsmustern von Kindern und ihrem Verhalten und ihrer Motivation in Leistungssituationen und im sozialen Miteinander in der Schulklasse werden im Vortrag verdeutlicht. Außerdem werden die Herausforderungen und Möglichkeiten für Lehrkräfte und Berater/innen je nach Bindungsmuster der Kinder thematisiert und die Anwendung von Bindungswissen im Schulkontext angesprochen.


Samstag 10.11.2018 9.00 Uhr
Prof. Dr. Henri Julius, AIBIPI - Ausbildungsinstitut für Bindungsgeleitete Pädagogische Interventionen Berlin, Professur für Allgemeine Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Verhaltensgestörtenpädagogik, Universität Rostock

Bindungsgeleitete Interventionen in der Schule

Entwicklung vollzieht sich in Beziehungen. Das gilt natürlich insbesondere für die Kindheit, in der sich das Gehirn entwickelt und in der die Abhängigkeit von Beziehungen am größten ist. Was aber passiert, wenn die Beziehungen zwischen Kindern und ihren Eltern nicht gelingen? Und welche Auswirkungen hat dies auf neue, wichtige Bezugspersonen außerhalb des familiären Kontextes, wie z.B. Lehrer/innen oder Therapeuten/innen. Eine inzwischen breite, empirische Datenbasis zeigt, dass diese neuen Bezugspersonen häufig komplementär auf das Beziehungsverhalten der Kinder reagieren, und somit deren unsichere Bindungsmuster zementieren. Um diese Zementierung missglückter Beziehungsmuster zu verhindern und stattdessen entwicklungs- und lernfördernde Beziehung aufzubauen, wurde das CARE-Programm entwickelt. Ziel dieser bindungsgeleiteten Interventionen ist es, die pädagogischen und therapeutischen Beziehungen zu Kindern so zu gestalten, dass sie den bisherigen Beziehungserfahrungen widersprechen und die Entwicklung gesunder Beziehungskonzepte fördern.


Samstag 10.11.2018 10.30 Uhr
Roberta Andreetta Di Blasio, psychologue FSP, spécialiste en psychologie de l'enfance et de l'adolescence, psychothérapeute, formatrice au Centre de Recherches Familiales et Systémiques (CERFASY), Neuchâtel
Céline Panza, psychologue FSP, psychologue-conseillère en orientation scolaire et professionnelle, formatrice au Centre de Recherches Familiales et Systémiques (CERFASY), Neuchâtel

Mise en place d'un tissu relationnel en milieu scolaire

En tant que cliniciennes et formatrices, nous nous appuyons sur une vision systémique des dynamiques individuelles et/ou de groupe. En intégrant également des concepts issus des modèles coopératifs ainsi que des thérapies orientées ressources et solutions, nous portons une attention et un soin particuliers à la mise en place d'un tissu relationnel comme élément stabilisant et facilitateur des échanges entre les individus. Nous pensons qu'il est utile d'agir à différents niveaux: entre les élèves ; entre élèves et enseignant(s); entre enseignants; entres enseignants et direction; entre le système scolaire et les parents; etc. Il n'est pas toujours possible d'agir à tous ces niveaux et/ou simultanément; d'où l'intérêt de trouver le meilleur levier pour chaque situation. Dans le cadre de cette présentation, nous partagerons nos réflexions au sujet de la place à accorder au renforcement du sentiment de sécurité et du sentiment d'appartenance; de l'importance des phases d'évolution d'un groupe; des actions possibles pour renforcer la relation entre les différentes personnes impliquées.


Samstag 10.11.2018 14.45 Uhr
Alfons Aichinger, Dipl. Psych., Dipl. Theol., Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor DGSV

"Den Drachen kannst Du nie besiegen" - Übersetzung der Bindungstheorie in den Berufsalltag von Lehrpersonen mit Hilfe der Teilearbeit und Tierfiguren

Ob Lehrerinnen und Lehrer wollen oder nicht, sie sind wichtige Bindungspersonen für ihre Schülerinnen und Schüler. Und sie werden häufig mit unsicher und desorganisiert gebundenen Kindern konfrontiert, die ihre vorhandenen Bindungsmuster in die neue Beziehung hineintragen. Aufgezeigt wird im Vortrag, wie Sie die Lehrpersonen über die Teilearbeit mit Tierfiguren sensibilisieren, Kinder in ihren zugrundeliegenden Bindungsmustern zu erkennen, auf die reinszenierten Bindungsmuster angemessen zu reagieren und den Kindern korrigierende Bindungserfahrungen zu ermöglichen.